Das heutige Schloss Lichtenburg in Prettin blickt auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurück.
Das Kloster „Lichtenbergk“ gründeten 1312 östlich von Prettin Antonitermönche als eine Hauptniederlassung des Ordens im Kurkreis. Die Mönche widmeten sich vorrangig der Krankenpflege, betrieben aber auch Landwirtschaft und nahmen Abgaben und Spenden ein.
Im letzten Viertel des 16. Jahrhunderts wurde durch Kurfürst August von Sachsen und seiner Frau Anna auf dem einstigen Klosterareal eine dreiflügelige Renaissanceschlossanlage errichtet. Die Schlosskirche hingegen zeigt noch spätgotische Merkmale.
Bis zum Jahre 1717 diente das Schloss sächsischen Kurfürstinnen als Witwensitz. Unter anderem residierte Kurfürstin Hedwig von Sachsen 1611-1641 im Schloss, in dieser Zeit erhielt es den Namen Lichtenburg. Sie veranlasste die Neuausstattung der Schlosskirche und ließ den Neptunbrunnen im Schlossinnenhof errichten.
Von 1685 bis 1717 bewohnten die dänischen Schwestern Anna-Sophie von Sachsen (Mutter von August dem Starken) und Wilhelmine-Ernestine von der Pfalz den Renaissancebau und ließen den Schlossgarten nach französischem Vorbild umgestalten.
Im 18. Jahrhundert wurde die Schlossanlage zeitweise als adliges Fräuleinstift und in der darauf folgenden Zeit als königliches Kammergut genutzt.
Per Dekret legte Friedrich August, König von Sachsen am 2. Februar 1811 den Umbau des Schlosses zu einem Zuchthaus fest. Aufgrund der neuen Nutzung mussten umfangreiche bauliche Veränderungen durchgeführt werden. Zusammen mit 62 Beamten kamen am 22. April 1812 die ersten 373 männlichen und weiblichen Sträflinge aus der aufgelösten Anstalt zu Torgau hierher. In den großen Sälen des Schlosses wurden Werkstätten für die Sträflinge errichtet, die auch in Fabriken außerhalb der Anstalt arbeiten mussten. Größere Anbauten am Renaissanceschloss erfolgten in den Jahren 1829/ 39, wo man in der Verlängerung des Flügels B ein Lazarettgebäude anfügte. Das Zellengebäude, ein gelber Klinkerbau, entstand 1878/79 und im Jahre 1908 folgte ein Garagen- und Werkstattgebäude an der Annaburger Straße. - Letzteres wird derzeit übrigens zum Besucher- und Informationszentrum der neuen KZ-Gedenkstätte Lichtenburg umgebaut. - Aufgrund des schlechten baulichen Zustandes und der erschwerten und kostspieligen Bewachung in der verwinkelten Schlossanlage sowie geänderten Formen der Strafvollstreckung wurde die königlich-preußische Strafanstalt 1928 geschlossen.
Aber bereits fünf Jahre später wurde der Lichtenburg die schreckliche Funktion als Konzentrationslager zugewiesen.
Heute befinden sich im Schloss Lichtenburg Ausstellungsräume über Schloss- und Stadtgeschichte.
Die alte Gedenkstättenausstellung ist geschlossen, Zugang ist jedoch auf Anfrage möglich. Jederzeit besichtigt werden können der Bunker und die Freiluftausstellung im Innenhof. Momentan wird die KZ-Gedenkstätte, die seit Anfang des Jahres 2008 zur Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt gehört, neu gestaltet. Die neue Gedenkstätte und Dauerausstellung werden voraussichtlich im März 2011 fertig gestellt sein.
Öffnungszeiten:
Apr.- Okt.:
täglich von 10:00 - 17:00
Nov.- März:
täglich von 10:00 - 16:00
Führungen sind bitte vorher anzumelden!
Geänderte Öffnungszeiten !
ab dem 01.12.2010 bis 31.03.2011
Montag – Freitag
von 10:00 – 16:00 Uhr
Führungen an den Wochenenden sind vorher anzumelden.
Tel.: 035386-60168 bzw. 22382
Ansprechpartner Gedenkstätte:
Herr Langhammer
Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt
KZ-Gedenkstätte Lichtenburg Prettin
OT Prettin
Annaburger Straße 4, 06925 Annaburg
Tel: 03 53 86/ 60 99 75 und 0170/ 5 66 92 22
Fax: 03 53 86/ 6 03 85
Mail: Info-Lichtenburg@stgs.sachsen-anhalt.de und sven.langhammer@gmx.de
Internet: www.sachsen-anhalt.de/LPSA/index.php?id=31583
Ansprechpartner Schloss:
Herr Vibrans
Caritas – Verband
Dekanat Torgau
OT Prettin
Schloßstrasse 1, 06925 Annaburg
Tel.: 03 53 86/ 6 01 68 und 0152/ 03 76 90 06
Fax: 03 53 86/ 6 03 85
Mail: caritas@prettin.de |